Sterne fotografieren

Sterne fotografieren – So gelingen deine Sternbilder (Mit Startrail-Stacking!)

Sterne zu fotografieren stellt besonders Anfänger vor neue Herausforderungen. Doch dank moderner Kamerasensoren ist das heute so einfach wie nie. Mit den richtigen Einstellungen, der passenden Kamera-Ausrüstung und einer guten Vorbereitung wirst du schon schnell deinen ersten Erfolge beim fotografieren der Sterne feiern können.

Welche Kamera zum Sterne fotografieren

Du ahnst es vermutlich schon: Mit der Kamera in deinem Smartphone wird es schwierig werden Sterne zu fotografieren. Aber es ist (mit manchen Handy-Modellen zumindest) tatsächlich nicht unmöglich.

Die beste Kamera zum fotografieren von Sternen ist daher erst einmal die Kamera, die dir zur Verfügung steht.

Natürlich sind Spiegelreflexkameras (DSLRs) und spiegellose Systemkameras (DSLMs) derzeit das Maß aller Dinge und liefern die beste Bildqualität. Trotzdem musst du dir nicht direkt eine teure Kamerausrüstung kaufen um deine ersten Sternenbilder zu machen.

So lange deine Kamera dir die Möglichkeit bietet manuell in die Belichtungssteuerung einzugreifen, eignet sie sich prinzipiell schon für dein Vorhaben Sterne zu fotografieren. Folgende Parameter solltest du dabei an deiner Kamera verändern können:

  • Belichtungszeit
  • ISO-Wert
  • Blende

Welche Werte wir dabei jeweils wählen, dazu weiter unten mehr 🙂

Möchtest du später dennoch auf eine bessere Ausrüstung umsteigen, gibt es vor allem zwei Faktoren, die die Bildqualität beeinflussen: Der Kamerasensor und das Objektiv.

Kamerasensor

Bei der Größe des Sensors gilt: Je größer, desto besser. Achtung, nicht verwechseln: Damit ist nicht automatisch die Anzahl der Megapixel gemeint, sondern die tatsächliche, physische Größe des Kamerasensors. Bzw. sogar noch genauer: Die Größe der einzelnen Pixel, die auf dem Sensor zur Lichtaufnahme platziert sind. Denn je größer diese sind, desto geringer fällt später das Rauschen aus.

Die Angabe 24 Megapixel sagt also erst einmal nichts über die Qualität aus. Entscheidend ist, auf welcher Fläche die Pixel verteilt sind bzw. wie groß jeder einzelne Pixel ist.

So haben Vollformatkameras mit modernen Sensoren wie die Sony Alpha 7M2 oder die Canon EOS 5D MARK IV in der Sternenfotografie meist deutlich die Nase vorne gegenüber Kameras mit kleineren Sensoren (APS-C, Micro Four Thirds usw.).

Wenn du jetzt aber z. B. „nur“ eine Kamera mit einem MFT-Sensor zur Verfügung hast, ist das trotzdem kein Problem. Du wirst es zwar mehr Bildrauschen haben, aber es ist gar keinesfalls unmöglich auch mit kleineren Sensoren ansprechende Sternenbilder zu machen 🙂

Objektiv für Sternenfotografie

Die Wahl des Objektives ist eigentlich relativ einfach: Je größer die Offenblende des Objektives ist, desto besser. Denn so kann innerhalb der gewählten Belichtungszeit die maximale Menge an Licht auf den Sensor treffen.

Wenn du also ein Objektiv mit einer Offenblende von 1:1,4 oder 1:1,8 hast, ist das optimal. Schlummert in deiner Kameratasche als lichtstärkstes Objektiv ein Kit-Objektiv mit einer Offenblende von 1:3,5, dann ist das sicherlich nicht das allerbeste Werkzeug, aber du kannst damit auf jeden Fall schon deine ersten Gehversuche damit machen.

Du musst also nicht direkt in neue Ausrüstung investieren. Sammle erste Erfahrungen mit dem Equipment, dass dir schon zur Verfügung steht. Wenn du dann merkst, dass das fotografieren von Sternen genau dein Ding ist und du mit dem vorhandenen Equipment an deine Grenzen kommst, ist es an der Zeit an ein neues Objektiv zu denken.

Weitwinklig und lichtstark sollte dieses dann sein. Günstige und gute Objektive gibt es hier von Samyang (Samyang 24 mm f/1,4 oder Samyang 20mm f/1,8). Du musst hier zwar manuell scharfstellen, weil diese nicht über einen Autofokus verfügen, aber wenn du in der Nacht fotografierst ist das tatsächlich egal – der Autofokus trifft in der Dunkelheit eh nur selten.

Auch weitere Features, wie z.B. ein Bildstabilisator, fehlt diesen Objektiven – aber dieser ist auch nicht erforderlich. Du solltest ihn sogar unbedingt abschalten, wenn du Sterne fotografierst. Da deine Kamera in diesem Fall höchstwahrscheinlich auf einem Stativ montiert sein wird, kann dies zu unscharfen Bildern führen, wenn der Stabilisator aktiv ist. Er versucht dann nämlich Bewegungen auszugleichen, die gar nicht vorhanden sind.

Möchtest du das Objektiv universeller einsetzen und auch am Tag für andere Zwecke einsetzen, wäre vielleicht ein Zoom-Objektiv wie das Tamron SP 15-30mm f/2.8 Di VC USD, Sigma 18-35mm F1,8 oder das Tokina 11-16mm f2.8 etwas für dich. Musst hier aber natürlich den Abstrich mit der etwas schwächeren Offenblende (1:2,8) machen.

Dies sind nur einige wenige Beispiele. Schaue dich einfach um, welche Objektive es am Markt für deine Kamera gibt.

Du musst auch nicht zwingend direkt etwas neues kaufen. Es gibt mittlerweile auch günstige Verleihservices von den Herstellern direkt, wie bspw. hier bei Tamron oder Sigma. Damit kannst du für erste Gehversuche auch erst einmal ein Objektiv für wenig Geld ausleihen.

Oder du schaust dich nach gebrauchten Objektiven um. Bei eBay oder diversen Kleinanzeigenportalen wirst du sicherlich fündig.

Weitere Ausrüstung

Neben Kamera mit lichtstarkem Objektiv ist das Stativ dein wichtigster Ausrüstungsgegenstand. Da wir mit Belichtungszeiten von vielen Sekunden arbeiten, kannst du die Kamera nicht mehr frei in der Hand halten beim fotografieren.

Wenn du einen zu Hand hast, ist es außerdem hilfreich mit einem Fernauslöser zu arbeiten. Du vermeidest so bei Langzeitbelichtungen Verwackelungen durch das Betätigen des Kameraauslösers. Alternativ kannst du auch mit einem Timer-Auslöser arbeiten, falls deine Kamera diesen anbietet. Eine Vorlaufzeit von 3 Sekunden genügt völlig.

Außerdem natürlich immer hilfreich: Eine Taschenlampe. Am besten sogar in Form einer Stirnlampe, da du so die Hände frei hast während du mit der teuren Ausrüstung hantierst (Stativ aufzubauen, Objektiv wechseln, Kamera auf das Stativ setzen usw.).

Ansonsten solltest du natürlich auch immer genügend Akkus und Speicherkarten dabei haben. Auch warme Kleidung für kühle Nächten empfiehlt sich – inklusive Handschuhe. Bedenke, dass du dich beim fotografieren kaum bewegst und somit schnell auskühlen kannst.

Und wenn du dann noch für eine ausreichende Verpflegung sorgst, sollte einer komfortablen Fotosession nichts mehr im Wege stehen 🙂

Die richtige Vorbereitung

Bei Dunkelheit einfach in den Garten gehen, die Kamera auf den Himmel richten und den Auslöser betätigen? Leider nein, so einfach ist es nicht. Ein paar Faktoren müssen vorher berücksichtigt werden, damit sich die Chancen auf ein gelungenes Foto des Nachthimmels erhöhen

Die Wahl des Standortes

Nachts Die Kamera auspacken, raus auf den Balkon oder auf die Straße vor die Haustüre gehen, Kamera nach oben richten und Auslöser betätigen wird meistens nicht funktionieren. Denn der Großteil von uns dürften nicht das Glück haben in einem Haus zu wohnen, vor dem es in der Umgebung keine Straßenlaternen oder sonstigen künstlichen Lichtquellen gibt. Das Stichwort: Lichtverschmutzung.

Schon mal Nachts in der Großstadt nach oben geschaut und die Milchstraße gesehen? Nein? Geht auch gar nicht. Die Lichter der Stadt – oder auch im Dorf – sind so stark, dass sie schwächeres Sternenlicht einfach überstrahlen und damit für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar sind.