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Sterne fotografieren

Sterne fotografieren – So gelingen deine Sternbilder (Mit Startrail-Stacking!)

Sterne zu fotografieren stellt besonders Anfänger vor neue Herausforderungen. Doch dank moderner Kamerasensoren ist das heute so einfach wie nie. Mit den richtigen Einstellungen, der passenden Kamera-Ausrüstung und einer guten Vorbereitung wirst du schon schnell deinen ersten Erfolge beim fotografieren der Sterne feiern können.

Welche Kamera zum Sterne fotografieren

Du ahnst es vermutlich schon: Mit der Kamera in deinem Smartphone wird es schwierig werden Sterne zu fotografieren. Aber es ist (mit manchen Handy-Modellen zumindest) tatsächlich nicht unmöglich.

Die beste Kamera zum fotografieren von Sternen ist daher erst einmal die Kamera, die dir zur Verfügung steht.

Natürlich sind Spiegelreflexkameras (DSLRs) und spiegellose Systemkameras (DSLMs) derzeit das Maß aller Dinge und liefern die beste Bildqualität. Trotzdem musst du dir nicht direkt eine teure Kamerausrüstung kaufen um deine ersten Sternenbilder zu machen.

So lange deine Kamera dir die Möglichkeit bietet manuell in die Belichtungssteuerung einzugreifen, eignet sie sich prinzipiell schon für dein Vorhaben Sterne zu fotografieren. Folgende Parameter solltest du dabei an deiner Kamera verändern können:

  • Belichtungszeit
  • ISO-Wert
  • Blende

Welche Werte wir dabei jeweils wählen, dazu weiter unten mehr 🙂

Möchtest du später dennoch auf eine bessere Ausrüstung umsteigen, gibt es vor allem zwei Faktoren, die die Bildqualität beeinflussen: Der Kamerasensor und das Objektiv.

Kamerasensor

Bei der Größe des Sensors gilt: Je größer, desto besser. Achtung, nicht verwechseln: Damit ist nicht automatisch die Anzahl der Megapixel gemeint, sondern die tatsächliche, physische Größe des Kamerasensors. Bzw. sogar noch genauer: Die Größe der einzelnen Pixel, die auf dem Sensor zur Lichtaufnahme platziert sind. Denn je größer diese sind, desto geringer fällt später das Rauschen aus.

Die Angabe 24 Megapixel sagt also erst einmal nichts über die Qualität aus. Entscheidend ist, auf welcher Fläche die Pixel verteilt sind bzw. wie groß jeder einzelne Pixel ist.

So haben Vollformatkameras mit modernen Sensoren wie die Sony Alpha 7M2 oder die Canon EOS 5D MARK IV in der Sternenfotografie meist deutlich die Nase vorne gegenüber Kameras mit kleineren Sensoren (APS-C, Micro Four Thirds usw.).

Wenn du jetzt aber z. B. „nur“ eine Kamera mit einem MFT-Sensor zur Verfügung hast, ist das trotzdem kein Problem. Du wirst es zwar mehr Bildrauschen haben, aber es ist gar keinesfalls unmöglich auch mit kleineren Sensoren ansprechende Sternenbilder zu machen 🙂

Objektiv für Sternenfotografie

Die Wahl des Objektives ist eigentlich relativ einfach: Je größer die Offenblende des Objektives ist, desto besser. Denn so kann innerhalb der gewählten Belichtungszeit die maximale Menge an Licht auf den Sensor treffen.

Wenn du also ein Objektiv mit einer Offenblende von 1:1,4 oder 1:1,8 hast, ist das optimal. Schlummert in deiner Kameratasche als lichtstärkstes Objektiv ein Kit-Objektiv mit einer Offenblende von 1:3,5, dann ist das sicherlich nicht das allerbeste Werkzeug, aber du kannst damit auf jeden Fall schon deine ersten Gehversuche damit machen.

Du musst also nicht direkt in neue Ausrüstung investieren. Sammle erste Erfahrungen mit dem Equipment, dass dir schon zur Verfügung steht. Wenn du dann merkst, dass das fotografieren von Sternen genau dein Ding ist und du mit dem vorhandenen Equipment an deine Grenzen kommst, ist es an der Zeit an ein neues Objektiv zu denken.

Weitwinklig und lichtstark sollte dieses dann sein. Günstige und gute Objektive gibt es hier von Samyang (Samyang 24 mm f/1,4 oder Samyang 20mm f/1,8). Du musst hier zwar manuell scharfstellen, weil diese nicht über einen Autofokus verfügen, aber wenn du in der Nacht fotografierst ist das tatsächlich egal – der Autofokus trifft in der Dunkelheit eh nur selten.

Auch weitere Features, wie z.B. ein Bildstabilisator, fehlt diesen Objektiven – aber dieser ist auch nicht erforderlich. Du solltest ihn sogar unbedingt abschalten, wenn du Sterne fotografierst. Da deine Kamera in diesem Fall höchstwahrscheinlich auf einem Stativ montiert sein wird, kann dies zu unscharfen Bildern führen, wenn der Stabilisator aktiv ist. Er versucht dann nämlich Bewegungen auszugleichen, die gar nicht vorhanden sind.

Möchtest du das Objektiv universeller einsetzen und auch am Tag für andere Zwecke einsetzen, wäre vielleicht ein Zoom-Objektiv wie das Tamron SP 15-30mm f/2.8 Di VC USD, Sigma 18-35mm F1,8 oder das Tokina 11-16mm f2.8 etwas für dich. Musst hier aber natürlich den Abstrich mit der etwas schwächeren Offenblende (1:2,8) machen.

Dies sind nur einige wenige Beispiele. Schaue dich einfach um, welche Objektive es am Markt für deine Kamera gibt.

Du musst auch nicht zwingend direkt etwas neues kaufen. Es gibt mittlerweile auch günstige Verleihservices von den Herstellern direkt, wie bspw. hier bei Tamron oder Sigma. Damit kannst du für erste Gehversuche auch erst einmal ein Objektiv für wenig Geld ausleihen.

Oder du schaust dich nach gebrauchten Objektiven um. Bei eBay oder diversen Kleinanzeigenportalen wirst du sicherlich fündig.

Weitere Ausrüstung

Neben Kamera mit lichtstarkem Objektiv ist das Stativ dein wichtigster Ausrüstungsgegenstand. Da wir mit Belichtungszeiten von vielen Sekunden arbeiten, kannst du die Kamera nicht mehr frei in der Hand halten beim fotografieren.

Wenn du einen zu Hand hast, ist es außerdem hilfreich mit einem Fernauslöser zu arbeiten. Du vermeidest so bei Langzeitbelichtungen Verwackelungen durch das Betätigen des Kameraauslösers. Alternativ kannst du auch mit einem Timer-Auslöser arbeiten, falls deine Kamera diesen anbietet. Eine Vorlaufzeit von 3 Sekunden genügt völlig.

Außerdem natürlich immer hilfreich: Eine Taschenlampe. Am besten sogar in Form einer Stirnlampe, da du so die Hände frei hast während du mit der teuren Ausrüstung hantierst (Stativ aufzubauen, Objektiv wechseln, Kamera auf das Stativ setzen usw.).

Ansonsten solltest du natürlich auch immer genügend Akkus und Speicherkarten dabei haben. Auch warme Kleidung für kühle Nächten empfiehlt sich – inklusive Handschuhe. Bedenke, dass du dich beim fotografieren kaum bewegst und somit schnell auskühlen kannst.

Und wenn du dann noch für eine ausreichende Verpflegung sorgst, sollte einer komfortablen Fotosession nichts mehr im Wege stehen 🙂

Die richtige Vorbereitung

Bei Dunkelheit einfach in den Garten gehen, die Kamera auf den Himmel richten und den Auslöser betätigen? Leider nein, so einfach ist es nicht. Ein paar Faktoren müssen vorher berücksichtigt werden, damit sich die Chancen auf ein gelungenes Foto des Nachthimmels erhöhen

Die Wahl des Standortes

Nachts Die Kamera auspacken, raus auf den Balkon oder auf die Straße vor die Haustüre gehen, Kamera nach oben richten und Auslöser betätigen wird meistens nicht funktionieren. Denn der Großteil von uns dürften nicht das Glück haben in einem Haus zu wohnen, vor dem es in der Umgebung keine Straßenlaternen oder sonstigen künstlichen Lichtquellen gibt. Das Stichwort: Lichtverschmutzung.

Schon mal Nachts in der Großstadt nach oben geschaut und die Milchstraße gesehen? Nein? Geht auch gar nicht. Die Lichter der Stadt – oder auch im Dorf – sind so stark, dass sie schwächeres Sternenlicht einfach überstrahlen und damit für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar sind.

Und was für das menschliche Auge gilt, gilt auch für das Objektiv deiner Kamera. Durch dieses wird in der Stadt nicht das Licht der Sterne auf deinen Kamerasensor treffen, sondern die Lichter der Stadt.

Um also möglichst wenig künstliches Licht und möglichst viel Sternenlicht einzufangen musst du raus aus den Dörfern und Städten. Doch wohin am besten? Auch dafür gibt es ein Tool – Light pollution map https://www.lightpollutionmap.info

Hier kannst du spezifisch für deinen Standort prüfen, wo du in der näheren Umgebung am besten hinfahren solltest, um möglichst wenig künstliches Licht um dich herum zu haben.

Sad Fact: Die Verschmutzung nimmt übrigens weiter zu. Durch die in Anschaffung und Verbrauch günstigen LED-Leuchtmittel hat die Verwendung von künstlichen Lichtquellen in der Nacht deutlich zugenommen – und damit auch die Lichtverschmutzung.

Vermeide Vollmondnächte (für Sternenbilder)

Was für künstliche Lichtquellen gilt, gilt aber tatsächlich auch für eine natürliche Lichtquelle: Den Mond. Er reflektiert das Licht der Sonne und sorgt so für eine Überstrahlung der Sterne mit schwächeren Licht am Nachthimmel.

Schau also dass du optimalerweise entweder in Neumondnächten oder vor dem Mondaufgang bzw. nach dem Monduntergang unterwegs bist um Sterne zu fotografieren.

Ich persönlich verwende hierfür die App Exsate Golden Hour. Diese zeig mir ganz genau die Zeiten wann der Mond auf und untergeht, welche Mondphase wir haben (werden), in welcher Richtung der Mond auf/unter geht uvm. Sicherlich gibt es einige andere Apps in den Stores die hier diese Funktionen auch abbilden, mir gefällt allerdings Exsate Golden Hour am besten.

Andererseits muss man aber auch sagen, dass ein Vollmond die Landschaft in ein zauberhaftes Licht taucht. Besonders bei Langzeitaufnahmen entstehen so Bilder von Landschaften die aussehen, als seien sie bei Tageslicht aufgenommen.

Du kannst den Mond also auch zu deinem Verbündeten machen wenn es darum geht den Vordergrund (Landschaften, Bäume etc.) gut in Szene zu setzen. Oder du baust in gar in dein Bild ein.

Probiere hier einfach aus und finde heraus welches Mondlicht sich am besten für deine Art der Fotografie eignet.

Die Umgebung beachten

Um deinen Bildern mehr Spannung und Aussagekraft im Bildaufbau einzuverleiben, empfiehlt es sich meist auch die Landschaft mit in das Bild einzubeziehen. Seien es Bäume, Felder, Wiesen, Gebäude, Straßen oder Gewässer – Möglichkeiten gibt es viele.

Halte in deinem Alltag einfach Ausschau nach Motiven, die sich gut für eine Aufnahme unter Sternen eignen würden. Prüfe anschließend mit der genannten Light Pollution Map, wie die Lichtverschmutzung an diesem Ort ist. Und falls du dir unsicher bist ob der Ort geeignet ist: Geh einfach raus jetzt! Schnappe dir deine Kamera und sammle Erfahrungen.

Je öfter du losziehst, desto besser werden auch deine Ergebnisse werden. Habe keine zu große Erwartungen an deine ersten Gehversuche – aber genieße die Zeit, die du beim fotografieren verbringst.

Alternativ kannst du natürlich auch über die Light Pollution Map in der Karte nach geeigneten Standorten in deiner Umgebung suchen. Mit etwas Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten lassen sich so schöne Fotogelegenheiten recherchieren.

Besuche den recherchierten Standort einmal vorab bei Tageslicht. Mache dich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut und überlege, wie du deine Aufnahme gestalten möchtest, welche Elemente du in das Bild mit einbeziehen möchtest. Auch ein paar Probeaufnahmen schaden sicherlich nicht.

Denn wenn du bei Dunkelheit zum ersten mal dort aufschlägst entgehen dir womöglich spannende Details, die du nur bei Tageslicht zu Gesicht bekommen würdest.

Sternenkonstellationen beachten

Ein nicht zu verachtendes Detail, wenn du Sterne fotografieren willst: Wisse, in welche Himmelsrichtung du fotografieren willst. Der Polarstern? Klar, der liegt so ziemlich im Norden. Dann musst du vor Ort nur noch wissen wo Norden ist.

Aber wenn du nun die Milchstraße fotografieren möchtest – weißt du um wieviel Uhr du diese in welcher Himmelsrichtung antreffen wirst?

Beziehe diese Frage in deine Planungen mit ein. Glücklicherweise gibt es auch hier einige Tools, die dem Fotografen das Leben erleichtern.

Stellarium ist eine kostenlose, quelloffene Software für den PC. Unbedingt mal ausprobieren, macht richtig Spaß: http://stellarium.org/de/

StarWalk2 gibt es in einer kostenlosen Version für Android zum ausprobieren, bei iOS kostet die Vollversion aktuell 3,49 € im Store (Android Vollversion 2,99 €)

PhotoPills wird von vielen Fotografen hoch gelobt – kostet allerdings 9,99 €

Oder du holst dir ganz Oldschool eine drehbare Himmelskarte – hat den Vorteil dass hier nie ein Akku leer werden kann, und ist auch gar nicht so schwer zu verstehen 🙂

Wetter

So banal es erst einmal klingt, aber das erste was du prüfen solltest, nachdem du dich für einen Standort entschieden hast, ist die Wettervorhersage. Denn wenn der Himmel eine dichte Wolkendecke aufweist, brauchst du logischerweise den Fuß erst gar nich vor die Tür setzen, wenn du Sterne fotografieren möchtest.

Es gibt natürlich diese Tage im Jahr – meistens im Sommer – an denen es gar keinen Zweifel daran gibt, ob der Himmel heute Nacht sternenklar sein wird. Hier trübt schon seit Tagen mehr kein Wölkchen den Himmel. Ein kurzer Blick auf die Wettervorhersage des Vertrauens genügt hier um zu prüfen, ob heute Nacht eine große Änderung erwartet wird. Falls nicht, stehen die Chancen gut auf einen klaren Himmel zu treffen.

Dann gibt es aber die wechselhaften Tage, an denen es nicht so sicher ist wie denn die Wolkenbedeckung sein wird. An diesen Tagen setze ich drei Tools ein, um ein Gespür dafür zu bekommen, ob es sich lohnt Nachts für Sternenfotos loszuziehen.

kachelmannwettercom – Vorhersage und aktuelle Messwerte

Auch wenn die Bedienoberfläche von kachelmannwetter.com nicht besonders auf Benutzerfreundlichkeit optimiert ist – die Wetterdaten und Modelle, die man beim kostenlosen Onlineservice von Jörg Kachelmann findet, sind für meine Interpretationen wesentlich aussagekräftiger als von anderen Portalen.

So findet man z.B. zu allen möglichen Orten die unterschiedlichsten Vorhersagetabellen: Temperatur, Niederschlag, Wind, Sonnenscheindauer und ganz entscheidend: Die Wolkenbedeckung. Siehe nachfolgender Screenshot von kachelmannwetter.com

Wetter Sterne fotografieren

Und da unterschiedliche Wettermodelle auch immer unterschiedliche Vorhersageergebnisse erzielen, kann man hier auch direkt aus vielen unterschiedlichen Modellen auswählen, um im Zweifelsfall noch ein besseres Gefühl zu erhalten.

Wetterapp von Wetteronline

Für den schnelleren Eindruck über die aktuelle Situation verwende ich den WetterRadar aus der App von Wetteronline. Auch wenn diese durch den geringeren Informationsumfang nicht ganz so genau arbeitet, genügt es dennoch um zumindest einen guten Überblick um die aktuelle Situation einzuschätzen. Wo ist Bewölkung? Regen? Oder gar Schnee?

ARD Tagesschau

Als dritten Indikator beziehe ich dann in meine Planungen tatsächlich auch immer den Wetterbericht der ARD Tagesschau mit ein. Der Satellitenfilm hat sich für mich als recht zuverlässige Vorhersage herausgestellt und komplettiert so in aller Kürze das Bild. Die Tagesschau zudem auch bequem abrufbar unter https://www.tagesschau.de – ich muss also nicht zwingend um 20:10 Uhr bereit vor dem Fernseher sitzen und kann die für mich relevanten Infos dank Zurückspulen und Pausenfunktion jederzeit abrufen 🙂 Hier ein Screenshot aus der Tagesschau vom 14.05.2018

Kamera-Einstellungen für Sternenfotografie

Du hast die Wahl: Möchtest du lieber eine Sternpunkt- oder Strichspur-Aufnahme erstellen? Falls du hier keine klare Präferenz hast, würde ich dir zu Beginn empfehlen mit Sternpunkt-Aufnahmen zu starten – diese sind aus meiner Sicht technisch etwas einfacher zu handhaben und du bekommst so für den Anfang ein super Gespür für die ersten Aufnahmen des Nachthimmels.

Doch bevor wir zu den beiden unterschiedlichen Aufnahmearten kommen, lass uns erst einmal auf die Grundeinstellungen schauen, die für alle Fälle gleich sein sollten.

Grundeinstellungen

RAW – Grundsätzlich solltest du im RAW-Format fotografieren. Im Vergleich zu JPG-Dateien benötigen RAW-Dateien zwar mehr Speicherplatz, aber das hat einen Grund: RAW-Dateien erhalten viel mehr “Bildinformationen” als JPG-Dateien. Du hast so später in der Nachbearbeitung maximale Möglichkeiten – und die benötigen wir bei Astrofotos zwingend.

Manueller Modus – Um Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert selbst einstellen zu können und das nicht der Kamera zu überlassen, ist es wichtig die Programmautomatik deiner Kamera zu verlassen. Sollte deine Kamera nicht über solch einen Modus verfügen, wird es leider schwierig werden kontrollierte Bedingungen für Sternenfotos zu erschaffen.

Weißabgleich – Ok, eigentlich sollte der egal sein, schließlich arbeitest du mit dem RAW-Format – da kannst du jeden beliebigen Wert für die Farbtemperatur auch später noch am PC wählen. Trotzdem hast du die Option eine fixe Einstellung zu wählen und den Wert nicht der Kameraautomatik zu überlassen. So bekommst du über mehrere Fotos hinweg konstante Ergebnisse. Stelle den Wert z.B. auf “Tageslicht” oder 4.500 Kelvin.

Allerdings sei auch gesagt, dass sich auch im Verlauf einer Nacht das Licht ändert und du auch mit einem manuell eingestellten Weißabgleich über längere Zeit hinweg keine konstanten Ergebnisse bekommst. Das manuelle Einstellen des Weißabgleichs ist daher kein Must-have.

Live-View – Dem Sucher deiner Kamera gönnen wir eine Pause, jetzt darf der Live-View ran. Mit diesem lässt es sich komfortabler fotografieren, du kannst ergänzend z.B. auch das Histogram einblenden, um die Verteilung der Helligkeit einschätzen zu können.

Sternpunkt-Aufnahmen

Bei Sternpunkt-Aufnahmen wollen wir vor allem eines: In möglichst “kurzer Zeit” möglichst viel Licht auf den Kamerasensor fallen zu lassen.

Warum in möglichst kurzer Zeit? Die Erde ist bekanntermaßen keine Scheibe und dreht sich – um sich selbst und um die Sonne.

 

Entsprechend verändert sich im Laufe der Nacht auch die Position der Sterne.

Diesen Effekt wollen wir uns bei Startrail-Aufnahmen (siehe weiter unten) zu eigen machen – bei Sternpunkt-Aufnahmen wollen wir allerdings möglichst wenig dieser Bewegung später auf dem Bild sehen. Entsprechend sollte die Belichtung möglichst kurz sein.

Wobei “möglichst kurz” hier relativ ist. Erfahrungsgemäß kannst du problemlos 30 Sekunden belichten. Doch dazu gleich mehr – first things first 😉

Wie eingangs erwähnt stehen uns drei Parameter zur Verfügung, die wir nun im manuellen Modus unserer Kamera entsprechend einstellen

  • Die Blende des Objektivs maximal öffnen
  • Den ISO-Wert der Kamera auf ein sinnvolles Maximum stellen
  • Die Belichtung nun so wählen, dass wir genügend Sternenlicht einfangen

Falls du die Zusammenhänge dieser drei Parameter noch nicht verinnerlicht hast, solltest du dir hier noch mal meinen Artikel zu ISO, Blende und Belichtungszeit durchlesen.

Die Blende öffnen

Jetzt darf die Offenblende deines Objektivs ran. Wir nutzen die größtmögliche Blendenöffnung deines Objektivs, um möglichst viel Licht auf den Sensor dringen zu lassen.

 

Die Blende von 1:1,4 ist also besser als 1:5,6 oder 1:22 (oftmals siehst du auch Angaben wie f/1.8 oder f:1,8 – gemeint ist hier immer das selbe).

Den ISO-Wert festlegen

Jetzt mag manch einer den Denkfehler machen, den auch ich zu Beginn meiner ersten Gehversuche mit der Astrofotografie gemacht habe: “Ganz klar, ich stelle den ISO-Wert auf 100, denn da – so habe ich gelernt – ist das Bildrauschen am geringsten!”

Da hatte ich aber tatsächlich einen Denkfehler. Das mag zwar für Aufnahmen am Tag stimmen, aber bei Aufnahmen in der Nacht erhöhen wir durch einen niedrigen ISO-Wert ja auch automatisch die Belichtungszeit. Und je länger wir den Sensor in Betrieb nehmen, desto stärker fällt später auch das Bildrauschen aus.

Hier gilt es also die “goldene Mitte” zwischen ISO-Zahl und Belichtungszeit zu finden. DrBacke hat hier mal einen Versuchsaufbau gestartet: http://drbacke.de/2016/02/18/canon-eos-1200d-iso-und-belichtungstest/

Dieser ist – wie er auch selbst sagt – natürlich kein Test der alle Bedingungen/Umstände berücksichtigt, aber er gibt doch einen sehr guten Einblick in ungefähre Trends.

Bei Belichtungszeiten von ~30 Sekunden kommt er (für seine Kamera) auf einen optimalen ISO-Wert von 1.600, für Belichtungszeiten von ~10 Minuten liegt er bei einem optimalen ISO-Wert von 600.

Ja ja, wir kommen jetzt zum Punkt 🙂

ISO: 1.600

An diesem ISO-Wert kannst du dich orientieren, wenn du eine Crop-Kamera (z.B. eine Canon 550D oder Nikon D5600) einsetzt. Bei einer Vollformat-Kamera (z.B. eine Sony a7r II) kannst du aber auch entspannt auf ISO 3.200 oder sogar 6.400 gehen.

Aber auch eine Nikon D500 (die ja ebenfalls eine Crop-Kamera ist) verträgt ISO-Werte von 3.200. Moderne Kamera-Sensoren sind hier in der Lage immer bessere Leistung zu liefern.

In einigen Jahren werden die hier genannten Werte vermutlich auch schon viel höher liegen.

Bei einer MFT-Kamera würde ich vermutlich mit einem Wert von ISO 800 experimentieren.

Mit den hier genannten Werten kannst du zur Orientierung einmal starten. Am besten ist aber, wenn du raus gehst, viele Aufnahmen machst, damit Erfahrungen sammelst, und für dich selbst herausfindest welcher ISO-Wert für deine Kamera optimal ist.

Denn jede Kamera verträgt hier unterschiedliche Werte und diese Schwelle wird mit neueren Sensoren in den kommenden Jahren/Monaten auch immer weiter nach oben verschoben werden.

Die richtige Belichtungszeit

Jetzt gilt es noch die Belichtungszeit einzustellen: Lang genug, um genügend Licht einzufangen aber gleichzeitig so kurz, dass wir es wie eingangs erwähnt vermeiden, durch eine zu lange Belichtungszeit die Erdrotation einfangen und somit Strichspuren und keine punktförmigen Sterne erhalten (das wird dann später unser Ziel bei den Strichspur-Aufnahmen sein).

Wie lange du belichten kannst, hängt von zwei Faktoren ab: Der Brennweite des Objektivs und der Größe des Kamerasensors.

  • Je kleiner die Brennweite (also je weitwinkliger), desto länger kann belichtet werden
  • Je kleiner der Kamerasensor, desto kürzer muss belichtet werden

Hierfür gibt es eine grobe Formel, an der du dich orientieren kannst.

Verfügst du über Crop-Kamera (APS-C-Sensor), teile 300 durch die Brennweite. Setzt du z.B. eine Brennweite von 18 mm ein, kannst du also maximal ca. 17 Sekunden belichten (300/18=16,6667)

Verfügst du über eine Kamera mit Vollformatsensor, teile 500 durch die Brennweite. Bei einer Brennweite von 24 mm kannst du so ca. 21 Sekunden belichten (500/24=20,8333).

Ich würde dir prinzipiell auch empfehlen, die maximale Belichtungszeit zu verwenden. Denn es ist später in der Bildbearbeitung leichter, zu helle Bildbereiche abzudunkeln, als zu dunkle Bereiche aufzuhellen. Durch das Aufhellen verstärkst du nämlich automatisch auch das Bildrauschen.

Aufpassen musst du lediglich, dass du nicht zu lange belichtest und helle Bildbestandteile hinterher überbelichtet sind (auch erkennbar an einem Ausschlag am äußersten rechten Rand am Histogram). Denn “ausgefressene” Bildbereich enthalten auch im RAW-Format keine weiteren Bildinformationen mehr und können nicht mehr gerettet werden.

Strichspur-Aufnahmen (“Startrails”)

Wenn du das Thema zu den Strichpunkt-Aufnahmen eben aufmerksam gelesen hast, wird dir relativ schnell klar sein wie du Strichspur-Aufnahmen (“Stratrils”) aufnehmen musst.

Denn wenn du das vorhergehende Prinzip verstanden hast, ist eigentlich (fast) klar was nun folgt: Wir müssen so lange Licht auf den Sensor fallen lassen, dass wir die Erdrotation zu unserem Freund machen und so Lichtspuren entstehen.

Die Belichtungszeit, die du für diese Aufnahmen benötigst, liegt also in jedem Fall über den Werten der Formel 300 (Crop) bzw. 500 (Vollformat) geteilt durch die verwendete Brennweite.

Wie viel sie darüber liegt, hängt erst einmal davon ab, wie lange deine Sternspuren werden sollen. Du könntest theoretisch die ganze Nacht belichten.

Theoretisch. Denn in der Praxis wirst du hier Probleme mit deinem Sensor bekommen: Je länger dieser am Stück für eine Aufnahme in Betrieb ist, desto stärker wird das Rauschen auf dem Sensor werden.

Stacking

Man verwendet daher Stacking als Methode, um mehrere, direkt hintereinander aufgenommene Einzelaufnahmen übereinander zu legen. Du verwendest also gar keine ewig langen Belichtungszeiten, sondern kannst im Kern mit den Kameraeinstellungen für Sternpunkt-Aufnahmen arbeiten – geringfügig kannst du die Belichtungszeit auch hochsetzen.

Dann machst du (am besten mit einem Fernauslöser) möglichst ganz viele Aufnahmen am Stück.

Zu Hause am PC bearbeitest du die Fotos (am besten eines mit Lightroom oder Darktable, die Einstellungen kopierst du dann auf alle anderen Fotos) und exportierst alle als JPG in einen Ordner – in maximaler Größe/Qualität.

Natürlich könntest du auch als TIFF exportieren – diese haben grundsätzlich eine bessere Qualität – allerdings sind sie deutlich größer und das Endergebnis zeigt keinen großen sichtbaren Unterschied, da viele Bilder miteinander verrechnet werden.

Nun installierst du dir nun eine kleine Software, die für dich die Arbeit des Stackings übernimmt. Unter Windows kannst du dir Startrails von Achim Schaller installieren. Für MacOS steht das Programm nicht zur Verfügung, hier gibt es allerdings StarStarX von Markus Enzweiler – das übrigens auch unter Windows und Linux läuft.

Beide Programme lassen sich intuitiv bedienen und verrechnen eure Aufnahmen zu einer Startrail-Aufnahme zusammen. Dabei passiert folgendes: Alle Bilder werden nacheinander übereinander gelegt, wobei immer das hellste Pixel in einem Bild gewinnt und für das Endergebnis verwendet wird. Das entspricht im übrigen in Photoshop dem Ebenen-Modus “Aufhellen”.

Belichten mit längeren Belichtungszeiten

Möchtest du dennoch mit längeren Belichtungszeiten arbeiten und den Himmel beispielsweise für 10 Minuten am Stück fotografieren, musst du die Blende der Kamera schließen, um weniger Licht einzufangen und so die Belichtungszeit erhöhen zu können. Außerdem empfiehlt es sich die ISO nach unten zu setzen.

Belichtungszeit
Gehen wir mal von einem Wert von 10 Minuten aus. Daraus leiten sich dann Blende und ISO ab – wobei wir hier Schätzwerten arbeiten müssen. Denn es kann sein, dass in diesen 10 Minuten manche Bildteile völlig überbelichtet werden, weil sie z. B. von einer künstlichen Lichtquelle angestrahlt werden.

Berücksichtige also immer auch die Gegebenheiten vor Ort, mache Testaufnahmen, überprüfe das Ergebnis auch im Histogram und nehme ggf. Anpassungen vor. Wiederhole den Prozess so lange, bis du für die optimalen Einstellungen gefunden hast.

Blende
Da wir die Belichtungszeit erhöhen wollen, müssen wir die Blende schließen, damit weniger Licht auf den Sensor kommt und wir somit länger belichten können. Schließe deine Blende daher zu Beginn auf einen Wert von f/13.

Viele Objektive (nicht alle) erreichen ihre beste Abbildungsleistung im Bereich von f/8 bis f/13. Je weiter offen oder geschlossen die Objektive sind, desto unschärfer werden sie teilweise wieder. Also ist dieser Bereich ein guter Wert um zu starten und sich anschließend langsam an optimale Ergebnisse heranzutasten.

ISO
Starte mit einer ISO von 600 und probiere aus. Wie verändert sich das Bildrauschen wenn du mit ISO 400 fotografierst? Benötigst du ggf. ISO 800 um ausreichend Licht einzufangen? Den passenden Wert zu finden hängt natürlich auch hier wieder stark von dem Sensor deiner Kamera ab (Vollformat? Crop? MFT?).

Fokussieren

Das Fokussieren von Sternen ist durchaus ein Problem. Denn der Autofokus wird dir in der Nacht keine große Hilfe sein, er wird auf die Sterne nicht scharfstellen können. Aber kein Problem, es gibt ja immer noch den guten alten manuellen Fokus 🙂

Du deaktivierst also den Autofokus am Objektiv bzw. an der Kamera und aktivierst den Live-View. Nun drehst du den Fokus-Ring am Objektiv auf Unendlich – also ganz auf Anschlag. Bei manchen Objektiven wird das noch mit der liegenden 8 symbolisert

Nun haben wir aber ein kleines Detail übersehen: Die Sterne sind zwar wirklich weit weg, aber nicht unendlich weit weg. Wir müssen den Fokusring also wieder ein Stück zurückdrehen, um diese scharf stellen zu können.

Hier hilft uns jetzt der Live-View deiner Kamera. Wenn es dir hier möglich ist, zoome möglichst weit in das Bild hinein bis du einen Stern (oder den Mond oder einen Planeten) siehst und drehe nun den Fokusring wieder ein Stück zurück, bis dir der Stern scharf genug erscheint.

Mache eine Testaufnahme, zoome so weit es geht in das Bild hinein und prüfe noch einmal, ob der Fokus wirklich richtig sitzt.

Du kannst dir diese Stelle auch einmal markieren (z.B. mit einem dünnen Streifen weißes Klebeband), um dann den Fokusring künftig immer direkt auf die Markierung zu stellen.

Wenn du übrigens ein Objekt im Vordergrund hast (Baum, Gebäud etc.), das du in deine Bildgestaltung mit einbeziehen möchtest, solltest du auch dieses einmal scharf fotografieren und später via Stacking in dein Bild mit einbauen.

Du könntest das Objekt während der Belichtung auch mit einer Taschenlampe ausleuchten. Dann wird es ganz einfach wie oben unter Stacking beschrieben in dein fertiges Bild mit eingebaut.

Sternenfotos bearbeiten

Du hast zu Beginn des Artikels gut aufgepasst und deine Fotos in RAW aufgenommen? Super. Jetzt steht einer Bildbearbeitung in Lightroom (oder Darktable, oder Photoshop, oder Gimp, oder…) nichts mehr im Wege.

Naja fast. Denn bei der Bildbearbeitung scheiden sich die Geister. Es gibt hier die eine Fraktion, die sagt die Farben des Himmels müssen wissenschaftlich korrekt abgebildet werden. Die streiten sich mit der Fraktion, die auf künstlerische Freiheit pochen. Und dann die Frage: Was kann an so einer Aufnahme, die das menschliche Auge in der Natur so gar nicht erfassen kann, noch wissenschaftlich korrekt sein?

Ich kann dir folgendes raten: Mache das, worauf du am meisten Lust hast. Möchtest du dich kreativ austoben? Go for it. Hast du Interesse an einer wissenschaftlich möglichst korrekten Darstellung? Völlig fein. In beiden Fällen wirst du beim bearbeiten der Fotos grob die nun folgenden Parameter einstellen.

Da ich die Bilder zumeist in Lightroom bearbeite, orientiert sich der folgende Workflow auch an der Bearbeitung mit Lightroom, ist natürlich aber auch für andere Bildbearbeitungsprogramme im Kern gültig. Bitte berücksichtige, dass es hier natürlich keine pauschal richtige Bearbeitung gibt. Und auch die von mir grob aufgerufenen Werte können je nach Aufnahmesituation völliger Humbug sein. Sie zeigen eher einen Durchschnitt dessen, wie ich meine Bilder oftmals bearbeite. Du darfst das natürlich später auch völlig anders machen.

Bildausschnitt

Einen geraden Horizont? Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich schaffe das bei Nachtaufnahmen nur selten. Durch die Dunkelheit ist es manchmal sehr schwierig das Bild wirklich korrekt auszurichten.

Als Unterstützung im Feld hilft dabei oftmals sich die in der Kamera integrierte Waage auf dem Display anzeigen zu lassen. Hat man das aber mal wieder vergessen oder ist man nicht zu 100% zufrieden, stelle ich den Horizont hinterher noch am PC gerade.

Auch der Bildausschnitt kann je nach Belieben noch verändert werden, um so z.B. Objekte im Bildvordergrund auf den goldenen Schnitt zu setzen. Oder um gezielt und bewusst solche Regeln zu brechen. Anarchie!

Weißabgleich

Hier bevorzugen viele eine bläuliche Darstellung, also ein Kelvin-Wert im unteren Bereich. Nun soll natürlich nicht der ganze Himmel blau sein, aber zu viel Gelbstich wirkt meist auch nicht. Aber natürlich gilt: Erlaubt ist, was dir gefällt. Ich versuche mich eher im bläulichen Bereich aufzuhalten, zentrale Elemente wie die Milchstraße sollten aber natürlich nicht komplett blau sein. Hier möchte ich mir einen warm-gelblichen Ton erhalten. Als grobe Orientierung könnte der Kelvin-Wert 3500 dienen, ist natürlich stark abhängig von deiner Aufnahme.

Belichtung und Kontrast

Hell oder dunkel? Hängt natürlich auch vom Bild ab und ist Geschmackssache. Du kannst durch eine gezielte Reduktion der Helligkeit gewissen Bildbereichen – etwa der hellen Milchstraße – mehr Aufmerksamkeit im Bild geben und den Betrachter des Bildes so gezielt steuern.

Den Kontrast der Aufnahmen ziehe ich oft sehr hoch – in einen Bereich von +60 bis +100. Danach ist es auch meist erforderlich die Belichtung wieder nach oben zu nehmen

Lichter und Tiefen

Die Lichter nehme ich je nach Bild oftmals ein wenig raus, die Tiefen gebe ich ein wenig rein (+20 bis +30), da ich zuvor den Kontrast hochgezogen habe und dem etwas entgegenwirken will.

Präsenz

Diese nehme ich meist etwas hoch (im Bereich von +10 bis +30), ohne es dabei zu übertreiben. Auch die Dynamik anzuheben schadet manchen Bildern nicht.

Die Farben bearbeiten

Den beiden Farben Grün und Aquamarin nehme ich oftmals die Sättigung (-60 bis -100). In meiner Vorstellung existieren in einem Bild vom Nachthimmel blaue und warm-gelbliche Farben. Solltest du natürlich Polarlichter fotografieren, solltest du die Farben in gar keinem Fall rausnehmen 😉

Schärfen und Rauschreduktion

Das Nachschärfen unterlasse ich meist und lasse den Wert auf den von Lightroom voreingestellten 25 stehen, manchmal ziehe ich den Wert auch etwas zurück. Da wir mit einer hohen ISO gearbeitet haben und entsprechend mit Bildrauschen zu kämpfen haben, würde das Schärfen des Bildes den Effekt nur verstärken.

Besser ist es dagegen etwas Rauschreduktion anzuwenden: +15 bis +30. Zu viel lässt das Bild schnell zu weich aussehen.

Profilkorrektur aktivieren und chromatische Aberrationen entfernen

Meist aktiviere ich die Profilkorrektur in Lightroom. Wenn du mit einem Fisheye fotografiert hast, kann das natürlich zu einem starken Eingriff in das Bild führen. Du kannst die Stärke der Verzerrung dann auch abmildern

Auch die chromatischen Aberrationen entferne ich oftmals.

Wichtig ist: Spiele hier einfach mit allen Reglern etwas rum und schaue, wie sich das Ergebnis verändert. Experimentiere und lerne. Erlaubt ist, was dir gefällt!

Abschlussbemerkung & Fazit

Wenn du den Artikel bis hierhin durchgehalten hast: Respekt 🙂 Auf viele Punkte bin ich nur oberflächlich eingegangen, manche Details habe ich gar ganz unterschlagen. Du merkst sicherlich, dass das Fotografieren der Sterne kein einfaches Unterfangen ist – aber auch kein unmögliches. Dank der modernen Kamerasensoren ist es sogar so einfach wie noch nie.

Wichtig ist vor allem eines: Geh raus! Mache deine ersten Fotos, mache Fehler und lerne daraus. Aber lasse dich nicht entmutigen. Am Ende ist es vor allem auch ein großartiges Erlebnis, Nachts stundenlang unter dem Sternenhimmel zu stehen und in die Tiefen des Universums zu blicken 🙂

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